Marquardt GmbH

Marquardt behauptet sich in hochvolatilem Umfeld und verbessert Marktposition

Dank eines guten vierten Quartals und früh eingeleiteter Gegenmaßnahmen konnte die Marquardt Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr die negativen Auswirkungen der Corona-Krise begrenzen. Gleichzeitig investierte das global tätige Familienunternehmen weiter in seine Transformation, in Forschung und Entwicklung und seine Standorte. Der Mechatronik-Spezialist erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von rund 1,2 Mrd. Euro, was einem pandemiebedingten Rückgang von nahezu 13 Prozent gegenüber 2019 entspricht.

Dr. Harald Marquardt: „Unsere Marktposition haben wir 2020 im internationalen Wettbewerb insgesamt weiter verbessert.“ (Copyright: Marquardt GmbH)

Damit hat sich Marquardt besser am Markt behauptet als die weltweite Automobilproduktion, die im zurückliegenden Jahr um rund 16 Prozent zurückging. Deutliche Zuwächse konnte das Unternehmen erneut im Bereich der Elektromobilität verbuchen.

„Das zurückliegende Geschäftsjahr war von ungeahnten Hindernissen, Rückschlägen und extremer Volatilität geprägt. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben weltweit in einer nie dagewesenen Situation höchste Flexibilität und Einsatzbereitschaft gezeigt. So konnten wir auch unter schwierigsten Pandemie-Bedingungen und trotz einer zeitweise brachliegenden Wirtschaft neue Kunden gewinnen“, sagt Dr. Harald Marquardt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Marquardt Gruppe. „Ebenso haben wir unsere Transformation konsequent vorangetrieben und intensiv an neuen Produktentwicklungen für künftige Wachstumsfelder gearbeitet, sei es für die Elektromobilität, den Fahrzeuginnenraum oder intelligente Lösungen für Hausgeräte. Unsere Marktposition haben wir im internationalen Wettbewerb insgesamt weiter verbessern können.“

Batteriemanagementsysteme und Lösungen für den Fahrzeuginnenraum sind Umsatztreiber

Während der weltweite Fahrzeugabsatz 2020 von knapp 89 Mio. auf rund 75 Mio. Stück zurückging, profitierte Marquardt von der Transformation in der Automobilindustrie und der steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen: Mit Batteriemanagementsystemen konnte das Unternehmen seinen Umsatz im Berichtszeitraum mehr als verdoppeln. Zudem hat Marquardt die Entwicklung elektromechanischer Komponenten für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge forciert. Mit dem neu gegründeten Geschäftsbereich ‚Power and Energy Solutions‘ hat der Mechatronik-Experte seine Kompetenzen im Bereich der Elektromobilität Anfang 2021 gebündelt und damit die Weichen für beschleunigtes Wachstum in den kommenden Jahren gestellt.

Mit Batteriemanagementsystemen konnte Marquardt 2020 seinen Umsatz mehr als verdoppeln. (Copyright: Marquardt GmbH)

Einstieg in Produktion von Schutzmasken

Im Geschäftsbereich Switches, Sensors & Controls war das Unternehmen im Berichtszeitraum unter anderem mit Batteriesystemen für Nutzfahrzeuge und Bedieneinheiten für Bau- und Landmaschinen nach eigenen Angaben sehr erfolgreich. Mit dem Einstieg in die Produktion von FFP2 Masken und medizinischen Gesichtsmasken in Deutschland wurden die Aktivitäten im Bereich Health & Medical erfolgreich ausgebaut. Auf die Corona-Pandemie hat Marquardt im zurückliegenden Geschäftsjahr schnell mit einem umfassenden Hygienekonzept zum Schutz der Belegschaft reagiert. Das Familienunternehmen half auch jenseits der Werkstore bei der Bekämpfung von Covid-19 und versorgte an mehreren Standorten beispielsweise Krankenhäuser und soziale Einrichtungen mit medizinischer Schutzausrüstung.

Trotz Krise in Standorte sowie Forschung und Entwicklung investiert

Trotz des schwierigen Umfelds und erhöhten Kostendrucks hat Marquardt zahlreiche Investitionen in seine Standorte, in Forschung und Entwicklung und in die weitere Transformation getätigt. In Pune startete das Unternehmen den Betrieb in einem neu errichteten Gebäude für Forschung und Entwicklung; dort arbeiten über 400 Ingenieure an mechatronischen Systemlösungen speziell für den indischen Markt. An seinem Thüringer Standort in Ichtershausen hat Marquardt seine Nutzfläche für Produktion, Logistik und Verwaltung um mehr als das Dreifache vergrößert. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Geschäftsjahr 2020 erneut auf überdurchschnittlichen zehn Prozent des Umsatzes. Im Berichtszeitraum meldete der Mechatronik-Spezialist 63 neue Patente an.

Am Standort Ichtershausen hat Marquardt die Nutzfläche für Produktion, Logistik und Verwaltung um mehr als das Dreifache vergrößert. (Copyright: Marquardt GmbH)

Nachhaltigkeitsmanagement ausgebaut

Sein Nachhaltigkeitsmanagement hat das Familienunternehmen global weiter ausgebaut und intensiviert. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Umweltschutz, Arbeits- und Produktsicherheit sowie Integrität von Daten. Durch die Verankerung der Nachhaltigkeitsthemen in einem neuen „Code of Conduct für Geschäftspartner“ bezieht Marquardt auch seine Lieferanten ein, um beispielsweise den CO2-Ausstoß signifikant zu reduzieren. Darüber hinaus engagiert sich Marquardt im Arbeitskreis „Nachhaltigkeit“ des VDA, um bezüglich Menschenrechten und Umweltschutz Branchenstandards zu setzen.

Ausblick: Ordentliche Auftragslage für 2021 – spürbare Wachstumsimpulse in den kommenden Jahren erwartet

„Die Corona-Krise ist noch nicht überstanden und noch hat sich die Weltwirtschaft nicht nachhaltig stabilisiert. Das zeigt sich etwa an den Engpässen bei Halbleitern, die für die gesamte Automobilindustrie zunehmend zu einer Herausforderung werden“, sagt Dr. Harald Marquardt. Mit Blick auf die Zukunft zeigt sich der Vorsitzende der Geschäftsführung dennoch optimistisch: „Den Schwung der letzten Monate 2020 konnten wir auch ins neue Geschäftsjahr tragen, die aktuelle Auftragslage, vor allem aber die positive Kundenresonanz auf unsere Innovationen stimmen uns optimistisch. Über das Jahr 2021 hinaus profitiert unser Unternehmen von einer frühzeitig eingeleiteten Transformation. Dazu gehören auch substantielle Investitionen in neue Geschäfts- und Produktfelder, die sich mehr und mehr auszahlen. Als Mechatronik-Systemlieferant sind wir in zentralen Technologien der Zukunft vertreten. Für die kommenden Jahre erwarten wir deshalb spürbare Wachstumsimpulse.“