Gruppenbild Projekt Klima-Landwirtschaft (v. l.: Hans Koch, Anina Strey, Helge Krüger, Kurt Herbinger und Landwirt Toralf Müller) - Copyright: BayWa AG

‚Projekt Klima-Landwirtschaft‘ von BayWa und Deutscher Kreditbank

Ackerböden als CO2-Speicher: BayWa und Deutsche Kreditbank AG (DKB) starten ein ‚Projekt Klima-Landwirtschaft‘ in Thüringen. Sechs landwirtschaftliche Betriebe werden in den nächsten drei Jahren engmaschig begleitet und finanziell bei Klimaschutzmaßnahmen unterstützt.

Mit dem Programm werden sechs landwirtschaftliche Betriebe Klimaschutzmaßnahmen umsetzen, die die BayWa engmaschig begleitet und wissenschaftlich auswertet. Die teilnehmenden Landwirte und Landwirtinnen erhalten dafür eine Vergütung. Ermöglicht wird das Projekt durch die BayWa in Kooperation mit der Deutschen Kreditbank AG (DKB).

Das Projekt Klima-Landwirtschaft wird seit 2021 von der BayWa in Kooperation mit verschiedenen Partnerunternehmen verantwortet. Ziel ist, Landwirte und Landwirtinnen bei der Einführung von Klima- und Artenschutzmaßnahmen sowohl fachlich als auch finanziell zu unterstützen. Darüber hinaus sollen Daten und Erkenntnisse gewonnen werden, mit denen Maßnahmen CO2 effektiv gespeichert und Humus aufgebaut oder Humusabbau verhindert werden kann. Nach Angaben der BayWa unterstützen mehr als 80 Unternehmen das Projekt. Es wurden bereits Klimaschutzmaßnahmen auf über 6.000 Hektar Fläche bei 50 Landwirten und Landwirtinnen umgesetzt.

Landwirtschaftliche Böden als CO2-Speicher

Pflanzen entziehen der Atmosphäre durch Photosynthese CO2 und wandeln dieses in Kohlenstoff um, der wiederum in der Biomasse gebunden wird. Durch die Anreicherung von Biomasse im Boden wird der Kohlenstoff gespeichert. Humusoptimierte Böden reduzieren außerdem den Aufwand für Bodenbearbeitung, Mineraldünger und Bewässerung. Dadurch verringert sich zusätzlich der Ausstoß von CO2 in der landwirtschaftlichen Bearbeitung und den Vorstufen bei der Betriebsmittelproduktion.

Bei landwirtschaftlicher Bewirtschaftung baut sich Humus ab. Dadurch wird wiederum CO2 freigesetzt. Gute Humuswirtschaft wirkt dem entgegen. Ziel des Projekts Klima-Landwirtschaft ist es deswegen unter anderem im praktischen Einsatz zu untersuchen, wie gewirtschaftet werden muss, um möglichst viel CO2 zu speichern und gleichzeitig bei der landwirtschaftlichen Nutzung möglichst wenig freizusetzen.

Kurt Herbinger, Leiter Projekt Klima-Landwirtschaft bei der BayWa: „Acker, Wiesen und Weiden bieten enormes Potenzial, klimaschädliches CO2 in wertvollen Humus umzuwandeln und so zu speichern. Aktuelle Beobachtungen aus der Fachwelt zeigen, dass der CO2-Fußabdruck von Brotgetreide durch andere Bewirtschaftungsmethoden um bis zu 30 Prozent verringert werden kann. Ein anderes Beispiel: Durch den Einsatz von ,grünem Ammonium‘ können Landwirte bis zu 70 Prozent des bisherigen CO2-Ausstoßes bei der Düngung einsparen. Im Projekt identifizieren wir mit den Betrieben die jeweils individuellen Stellschrauben und erarbeiten gemeinsam passende Maßnahmen.“

Weitere Sponsoren

Über 5.600 Landwirte und Landwirtinnen aus ganz Deutschland sind Kunden der DKB. Die Bank unterstützt mehrere Nachhaltigkeitsinitiativen und bietet Austauschformate und Veranstaltungen zu dem Thema an. Neben der Bank als Hauptsponsorin unterstützen Sprehe Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Handels GmbH & Co. KG sowie Fendt Marktoberdorf das Projekt Klima-Landwirtschaft in den sechs Betrieben in Thüringen.

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