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Technische-Trends bei Futtermischwagen

In der aktuellen Februar-Ausgabe der AGRARTECHNIK beleuchten wir den Markt für Futtermischer. Dabei wurden auch künftige Trends abgefragt.

Futtermischer sind für viele Betriebe insbesondere in der Rinderhaltung Schlüsselmaschinen. Folglich haben sich die Spezialisten in diesem Techniksegment intensiv mit deren Weiterentwicklung befasst. Vor allem die Digitalisierungs- und Automatisierungs-Lösungen haben Schlagzeilen gemacht. Für den Trendbericht haben wir die Hersteller auch darüber befragt, welche technischen Trends sich in den kommenden Jahren weiter durchsetzen werden.

Siloking hat vor Kurzem die Produktpalette um einen selbstfahrenden Futtermischwagen mit 19 bis 25 Kubikmeter erweitert. (Copyright: Siloking)

Vollelektrische Lösungen

Häufig angesprochen wurde in diesem Zusammenhang die Elektrifizierung des Futtermischers. Hierzu meinte Karoline Spindler (Export & Marketing bei der Mammut Maschinenbau GmbH): „Der Elektroantrieb erfreut sich ganz klar immer größerer Beliebtheit bei den Anwendern. Den Selbstfahrer ‚PM 2.5 SF‘ bieten wir beispielsweise sowohl als Kabel- als auch als Akku-Variante an, welche am Markt gut angenommen werden. Auch der stationäre Futtermischer wird elektrisch angetrieben und minimiert so Abgase und Lärm im Stall.“

Dr. Philipp Twickler (Leitung Marketing und Produktmanagement bei Siloking) erklärte: „Der Wandel hin zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes und zur Steigerung der Nachhaltigkeit am Betrieb ist bereits deutlich zu spüren. Die Antwort von Siloking ist etwa der zu 100 Prozent elektrisch selbstfahrende und mischende eTruck.“ Zudem würden die Betreibe immer mehr Wert auf die Optimierung der Abläufe am Betrieb und auf die Effizienzsteigerung in der Fütterungstechnik legen. „Der Selbstfahrer unterstützt die Betriebe hierbei, indem in kürzester Zeit die Futterration optimal bereitet werden kann.“

Ein Trend geht in die exakte Analyse der Inhaltsstoffe des Futters. (Copyright: Trioliet)

NIR-Sensor noch sehr teuer

Der zweite Antworten-Schwerpunkt liegt bei der genauen Feststellung und Speicherung der Inhaltstoffe. Hier ging es unter anderem auch um die Nutzung eines NIR-Sensors (Nahinfrarot-Spektroskopie). Dieser kann den Trockensubstanzgehalt sowie Qualitätskriterien wie Energie- und Eiweißgehalt bestimmen.

Harry Kleverkamp (Trioliet-Verkaufsleiter für Deutschland, Niederlande, Österreich und Belgien) erklärte hierzu: „Genaue Messungen von Trockensubstanz und Futterinhaltstoffe sind von eminenter Bedeutung.“ Anstatt ausschließlich Gewicht und Trockensubstanz zu erfassen, gehe der Trend immer mehr in Richtung Fütterung auf Inhaltstoffe. Dafür solle die richtige Technik entwickelt werden. Der Rindviehhalter brauche diese Lösung, damit er so genau wie möglich die von seinem Futterberater vorgegebene Ration füttern kann.

Franz Aßfalg (Geschäftsführer der Marmix GmbH & Co. KG) erklärte: „Digitalisiertes Futtermischen ist bei uns ganz normaler Alltag, von Fernwartungslösungen bei technischen Problemen, über Rezeptoptimierungen oder -auswertungen bei der Wiegetechnik bis hin zu Cloudlösungen, die unsere Kunden auch nutzen. Langfristig wird sich die NIR-Technik als On-Board-Anwendung in Echtzeit durchsetzen. Derzeit ist das NIR-System wegen der Preispolitik seitens der NIR-Gerätehersteller leider noch kein Schnäppchen.“

Ähnlich lautete die Antwort von Alexander Schneider (Business development manager North Germany bei Sgariboldi): „Precision Feeding puschte auch neue nützliche Messtechniken für Trockensubstanz und Inhaltstoffe, wie beispielsweise die NIR-Sensorik, welche aktuell noch sehr teuer ist. Wir entwickeln auch hier an bezahlbaren Lösungen.“

Andreas Haggeney (Produktmanagement bei B. Strautmann & Söhne GmbH u. Co. KG) meinte abschließend: „Es stehen den Landwirten immer mehr Daten zur Verfügung. Stichworte sind hier die Fütterungssoftware, das Herdenmanagementprogramm, die AMS-Daten und so weiter. Diese sollte man auch sinnvoll nutzen. Ob dies durch einen NIR Sensor funktioniert, kann heute noch nicht abschließend gesagt werden. Es ist zumindest eine Möglichkeit – wenn auch aktuell sehr teuer – neue Datenquellen aufzutun, die der Landwirt nutzen kann. Wie so oft muss es sich aber in der Praxis beweisen und sich vor allem für den Landwirt auch betriebswirtschaftlich lohnen, in eine solche Technologie zu investieren. Eine Technik/Innovation ist nur dann erfolgreich, wenn sie die Arbeit einsatzsicher, schneller, einfacher, genauer und auch günstiger erledigt. Dies wird meiner Meinung nach noch ein paar Jahre dauern. Besonders die Einsatzsicherheit und die Genauigkeit solcher Sensorik im Bereich der Futtermischwagen sind heute neben dem hohen Preis noch die größten Hemmer für die Investition in eine solche Technik.“