Das flexible Docking-System ist die Basis der Innovation von Syn Trac  |  Das flexible Docking-System ist die Basis der Innovation von Syn Trac. - Copyright: Syn Trac

Fahrzeughersteller Syn Trac meldet Insolvenz an

Die erst 2016 gegründete Syn Trac GmbH ist pleite. Schulden in Höhe von rund 15 Millionen Euro hätten den Fahrzeughersteller in die Insolvenz gezwungen, berichteten zunächst die Kollegen vom Bayrischen Wochenblatt.

Das Unternehmen entwickelt, produziert und vermarktet Spezialfahrzeuge. Stefan Putz, CEO eines Sondermaschinenunternehmens, das sich auf Automatisierungsprozesse und Robotik spezialisiert hat, steckte seinen Erfindergeist in das Unternehmen Syn Trac. Der Widerspruch zwischen den gesetzlichen Vorgaben zur Arbeitssicherheit und der Realität im Fahrzeugbau boten für ihn den Anreiz zur Veränderung auf dem Arbeitsmarkt. Heraus kam der Syn Trac ST420 und damit verbunden die Firmengründung 2016.

Der Grundstein des Erfolgs von Syn Trac: ST420.
Syn Trac ST420 wird als eine neue Fahrzeugkategorie von dem österreichischen Hersteller beworben. – Copyright: Syn Trac

Der System- und Geräteträger ist ein universell einsetzbarer 420 PS starkes Trägerfahrzeug, welches sowohl im Kommunalbereich als auch in der Landwirtschaft, in der Verkehrsinfrastruktur, in der Forstwirtschaft oder im Zivil- und Katastrophenschutz eingesetzt wird. Es ist patentiert und erlaubt dem Bediener, in einer Minute ohne Verlassen des Fahrzeuges Anbaugeräte mit dem Trägerfahrzeug zu koppeln. Eingesetzt werden kann das Dockingsystem demnach bei Spezialfahrzeugen wie Radladern und Teleskopladern, Anfang 2023 wurde der Syn Trac Frontlader vorgestellt.

Made in Oberösterreich

Seit 2023 produziert Syn Trac in Oberösterreich in Bad Goisern auf 2000 Quadratmetern Produktionsfläche in Serie. 2021 feierte das Unternehmen den erfolgreichen Markteintritt in Österreich, Deutschland, Schweiz und Frankreich. 

Pilotkunden im kommunalen Bereich nutzten die System- und Geräteträger von Syn Trac im vierten Jahr. Vor Kurzem wurden die 43 Mitarbeiter darüber informiert, dass das Unternehmen Insolvenz angemeldet hat. Es hätten sich Verbindlichkeiten in der Höhe von rund 15 Millionen Euro angehäuft. In Folge hat die Firma am 16. Januar am Landesgericht Wels ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverantwortung eröffnet, berichtet die Wirtschaftsplattform Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870).

Unternehmen fortführen

Laut dem eigenen Insolvenzantrag konnten die geplanten Umsatzzahlen nicht erreicht werden. Gründe dafür waren Corona-Pandemie, die Ukrainekrise und die damit verbundenen Lieferengpässen, heißt es beim Bayrischen Wochenblatt. Restrukturierungsversuche mit einem Finanzierungspartner zeigten zuerst Wirkung, scheiterten dennoch. Syn Trac beabsichtigte die Fortführung des Unternehmens und ziehe dabei unter anderem reduzierte Personalkosten in Betracht.

Auf der Internetseite heißt es, dass das Unternehmen für Kunden und Vertriebspartner weiterhin erreichbar ist. Der laufende Betrieb bleibe in gewohnter Qualität und Umfang bestehen. Die Produktion am Standort in Bad Goisern wird demnach aktuell aufrecht erhalten.

Mehr News aus der Branche gibt es hier.

AGRARTECHNIK Newsletter

News, Entwicklungen, Insights, Events und Personalien aus der Landtechnik-Branche - kostenlos und direkt in Ihre Mailbox.